Der Tag, an dem du zurückkommst, fühlt sich an wie ein Sieg. Du hast es geschafft. Die Krankschreibung ist ausgelaufen, der Arzt hat zugestimmt, dein Postfach wartet. Und irgendwo unter der Erleichterung sitzt ein Satz, den du niemandem sagst: Was, wenn es wieder passiert? Diese Frage ist berechtigt. Nicht, weil du schwach wärst. Sondern weil der Wiedereinstieg der Moment ist, in dem am meisten schiefgehen kann – und in dem am wenigsten darüber gesprochen wird. Über den Weg in den...
Du siehst es seit Wochen. Jemand in deinem Team ist nicht mehr der Mensch, der er vor einem halben Jahr war. Kürzer angebunden. Länger im Büro. Fehler, die früher nicht passiert wären. Und wenn du fragst, wie es läuft, kommt: „Passt schon." Du weißt, dass es nicht passt. Und du weißt genauso gut, warum du das Gespräch trotzdem noch nicht geführt hast. Weil du nicht weißt, was du sagen darfst. Weil du fürchtest, zu nah zu kommen. Weil dir bewusst ist, dass du keine Diagnose stellen...
Du weißt, dass du etwas verändern willst. Du hast dir vielleicht sogar schon eine Website angeschaut, ein Kontaktformular geöffnet – und wieder geschlossen. Nicht wegen der Kosten. Sondern weil du keine Vorstellung davon hast, was dich erwartet. Muss man da über die Kindheit reden? Sitzt einem jemand gegenüber, der wissende Fragen stellt und dabei nickt? Bekommt man Hausaufgaben? Und wie viele Termine sind das eigentlich? Diese Unsicherheit ist der häufigste Grund, warum Menschen zu...
Die meisten Menschen, die zu mir kommen, sind exzellent darin, Dinge zu steuern. Genau das hat sie erfolgreich gemacht. Und genau das macht sie an diesem Punkt hilflos.
Denn Kontrolle funktioniert bei Prozessen. Sie funktioniert nicht bei Vergänglichkeit.
Man kann ein Projekt steuern, aber nicht das Altern. Man kann eine Firma führen, aber nicht die Loyalität eines Menschen erzwingen. Man kann eine Ehe pflegen, aber nicht garantieren.
immer wieder – meist von Menschen, die längst in der Mitte des Verlaufs stehen und sich fragen, wie sie dort hingekommen sind.
Die Antwort ist unbequem: Sie sind nicht trotz ihres Einsatzes dort gelandet. Sie sind es wegen ihres Einsatzes.
Er war Bereichsleiter, Anfang vierzig, und sagte den Satz mit einer gewissen Zufriedenheit: „Ich bin einfach realistisch geworden."
Ich fragte ihn, wann er das letzte Mal jemanden aus seinem Team wirklich gefragt hat, wie es ihm geht.
Er dachte lange nach. Dann sagte er: „Ehrlich? Ich weiß nicht mehr, ob ich es hören will."
Das war der Moment. Nicht die Erschöpfung – die kam später.
Drei Wochen Italien. Am letzten Abend sagt er zu seiner Frau: „So sollte es eigentlich immer sein." Am Dienstag nach der Rückkehr sitzt er mir gegenüber und sagt: „Es ist, als wäre ich nie weg gewesen." Nicht Montag. Dienstag. Einen einzigen Arbeitstag hat die Erholung gehalten. Diese Rechnung hört man selten laut, aber fast jeder kennt sie: elf Monate anstrengen, einen Monat reparieren. Und dann die stille Verwunderung, dass die Reparatur nicht hält. Warum bin ich nach dem Urlaub...
„Die Jungen wollen nicht mehr arbeiten. Unrealistische Erwartungen. Work-Life-Balance, aber keine Verantwortung.“ Solche Sätze höre ich oft. Und ich verstehe die Frustration. Aber ich lade dich ein, anders hinzusehen: Der Generationenkonflikt, über den so viel gesprochen wird, muss kein Konflikt sein. Er kann eine Chance sein.
Was bestimmt den Preis?
Vier Dinge, und sie erklären fast die gesamte Spanne:
Erfahrung und Qualifikation. Wer seit zwanzig Jahren mit Geschäftsführern arbeitet, ruft andere Sätze auf als jemand mit einem Wochenendzertifikat. Beides darf sich „Coach" nennen – der Beruf ist in Deutschland nicht geschützt.
Zielgruppe. Business- und Executive-Coaching liegt regelmäßig beim Zwei- bis Dreifachen des Privatkunden-Honorars. Nicht, weil die Arbeit anders ist, sondern weil das Budget ein anderes ist.
Fast jeder kennt das Gefühl nach einem guten Seminar: Man geht inspiriert nach Hause, voller Vorsätze – und drei Wochen später ist der Alltag wieder genau wie vorher. Nicht, weil die Erkenntnis falsch war. Sondern weil Erkenntnis allein selten reicht.
Genau an dieser Lücke zwischen Einsicht und Veränderung setzt meine Arbeit an. Und sie erklärt, warum ich nicht mit einzelnen Sitzungen nach Bedarf arbeite, sondern mit Begleitung über einen längeren Zeitraum.